Montag, 26. August 2013

Illusion von Glück.

4 Federn.

Bewegungslos liege ich im Gras, den Blick auf den runden, vollen Mond gerichtet. Obwohl ich weiß, dass er unendlich weit weg ist, scheint er mir plötzlich ganz nah. Als müsste ich nur die Hand nach ihm ausstrecken, um ihn berühren, vielleicht sogar greifen zu können. Doch als ich sie hebe, fassen meine Finger ins Nichts. Sie halten nur Leere. Leere, wie auch schon lange in mir herrscht. Ich fühle kaum noch etwas neben der Einsamkeit. Nicht einmal mehr das Gefühl zu fallen, welches mich so lange begleitete, habe ich. Ich schwebe vielmehr. Ich schwebe zwischen Vergangenheit und Zukunft, irgendwo in der Gegenwart. Der Wunsch am Boden zu zerschellen oder endlich aus dieser endlosen Leere gezogen zu werden, ist verblasst. Wie alles andere auch. Es scheint mir, als seien jegliche Dinge unfassbar weit entfern von mir, als befänden sie sich in einer ganz anderen Welt. Eine Welt, die für mich nicht mehr erreichbar ist, wenngleich sie direkt vor meinen Augen liegt. Ich sehe wie durch eine gläserne Wand auf sie und bin dennoch von ihr abgeschlossen. Vielleicht könnte ich diese Wand ganz einfach durchbrechen, vielleicht hat sie auch irgendwo noch eine offene Tür, durch die ich nur gehen müsste. Doch ich habe es aufgegeben, nach einem Ausgang zu suchen. Außerdem habe ich Angst vor ihr. Immer, wenn einen Schritt in diese Welt wage, mache ich zwei zurück hinter die Wand. Sie hat mich Stück für Stück, mit jedem neuem Schritt kaputt gemacht. Und nun, habe ich so viele Risse bekommen, dass ein weitere mich wohl zerstören würde. Stumm flüstere ich mir zu, dass ich nicht zerbrechen werde. Stumm sage ich mir, dass irgendwann alles heilt, dass ich stark bin. Der salzige Geschmack auf meiner Zunge aber, lässt mich wissen, dass ich lüge, dass ich mich an etwas festhalte, das nicht existiert. Ich halte mich, an dieser kleinen Welt in meinem Kopf fest. Diesen kleinem Ort, den ich mir geschaffen habe. Mein Universum, im welchem ich mich immer mehr verliere. Wo der Mond greifbar ist, die Sterne ganz nah. Wo nicht mehr schwebe oder falle, sondern lebe. Es ist diese kleine Welt, in der für mich alles gut ist. Ich halte mich an ihr. Meiner winzigen, eigenen Welt. Meiner Illusion von Glück.

Dienstag, 30. Juli 2013

1 Federn.
"Zwischen dir und mir steht die ganze Welt... und weil du ferner bist als... weil es nie sein wird, deshalb wage ich... dich zu lieben. Ich liebe dich, ich liebe dich so sehr, wie ein Mensch zu lieben fähig ist." 
- Magierlicht.  

Sonntag, 14. Juli 2013

Take care.

10 Federn.

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Es ist normal, dass Menschen sich verändern. Manche mehr, andere weniger, positiv oder eben auf eine schlechte Art und Weise. Aber eigentlich können wir das gar nicht beurteilen. Wir können nicht wissen, ob ein Mensch sich zum Guten oder Negativen gewandelt hat. Denn es kommt  gar nicht darauf an, sondern viel mehr, ob wir mit der Änderung klar kommen. Ob wir das neue Ich akzeptieren oder uns zu  sehr an das alte klammern. Ich persönlich mag es nicht. Das, was aus dir geworden ist. Es kam schleichend, schleichend mit ihr. Sie hat dich verändert, sie hat aus dir einen nahezu vollkommen anderen Menschen gemacht. Wenn ich mich zurück erinnere, erkenne ich dich kaum wieder. Du bist nicht mehr der Mann, der auch mal daheim blieb, dem es nichts ausmachte, wenn es hin und wieder chaotisch war und vor allem auch nicht mehr der Mann, den ich seit ich klein  bin kenne. Es tut weh, unsagbar. Ich vermisse deine Umarmungen. Wann hast du mich das letzte Mal wirklich im Arm gehalten, mir gesagt, dass du mich lieb hast? Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, weiß schon gar nicht mehr, wie sich das anfühlt. Aber du hast immer gut gerochen, etwas nach Maschinenöl und der wundervolle Duft von Wald heftete an dir. Heute überdeckst du das immer wieder, mit irgendeinem Parfüm. Vielleicht ein Duft von HugoBoss. Es ist nicht so, dass ich diesen Geruch nicht leiden könnte. Ich mag ihn, aber er riecht nicht nach dir. Weißt du denn noch, wie es ist, mich im Arm zu halten? Das kleine Mädchen, das du immer „Schätzchen“ nanntest? Weißt du auch noch, wie ich immer früh aufstand um mich dann vor die Tür zu setzen, damit du mich mit zur Arbeit nahmst? Jedes Mal wenn ich zu spät kam, habe ich geweint. Ich saß schluchzend vor der Türe und wartete darauf, dass du wieder kommst.  Irgendwann kamst du aber nicht mehr. Ich war die letzte, die das Begriff. Weil ich dich nicht gehen lassen wollte. Ich habe dich noch nie gehen lassen wollen. Ich war immer gerne bei dir, habe es geliebt dir einfach nur beim Arbeiten zu zusehen. Doch heute, scheine ich für dich Luft zu sein. Ich komme, du gehst. Manchmal bist du einfach weg, ohne dich zu verabschieden. Dann sehe ich lediglich mit an, wie der schwarze, elegante Mercedes aus der Einfahrt rauscht und sie neben dir sitzt. Habe ich denn dort kein Platz mehr? Habe ich überhaupt keinen Platz mehr in deinem Leben? Ist es, weil ich nicht mehr wie das kleine Mädchen wirke? Das täuscht. Ich bin doch noch immer ein kleines Mädchen, irgendwo in mir drin. Ein kleines Mädchen, das lächelnd alles was du tust hinnimmt und darauf hofft, dass du sie irgendwann wieder bemerkst. Und eines, das sich nach deinen Armen sehnt, nach dem Geruch von Wald, danach als Schatz bezeichnet zu werden. Dem man sagen noch sollte, dass man es liebt. Ich wünsche mir doch eigentlich gar nicht viel. Ich will dich nur zurück. Nur einen kleinen Teil von dir. Ich möchte doch nur meinen Vater wieder haben. Bitte. 

Dienstag, 2. April 2013

Who I am?

6 Federn.


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Manchmal frage ich mich, wer dieses Mädchen ist, das mir so emotionslos entgegen blickt; was in ihren Gedanken vorgeht. Sie sieht mich einfach nur an, mit leerem Blick. Vielleicht schaut sie auch durch mich hindurch, vielleicht nimmt sie mich gar nicht war. Aber ich tue es. Ich starre sie jedes Mal förmlich an, erblicke jedes Detail. Sie kommt mir bekannt vor, doch woher kann ich nicht sagen. Ihre Augen sind von einer seltsamen Farbe, sie ist wohl nicht definierbar. Hin und wieder tauchen grüne Sprenkel in dem Farbenspiel ihrer Iris auf.  Unter ihren Lidern zeichnen sich dunkle Schatten ab, die auf ihrer hellen Haut noch kräftiger scheinen. Ich frage mich, ob sie nicht genug Schlaf bekommt oder ob sie das Leben so sehr gezeichnet hat.  Ich möchte wissen, was in ihr vorgeht, verstehen warum sie so unecht wirkt.
Ihre Mimik scheint unbeweglich, wenn sie mich so ansieht. Es wirkt fast schon so, als hätte sie eine Maske auf. Nur das gelegentliche Zucken ihrer Mundwinkel verrät, dass es nicht so ist. Manchmal habe ich das Gefühl, einen stummen Schrei in ihren Augen zu erkennen, verborgene Tränen darin zu sehen.
Sie sieht nicht glücklich aus, vielmehr müde und erschöpft. Vielleicht ist sie erschöpft vom Leben, erschöpft davon sich hinter dieser Maske zu verstecken. Warum sie sich versteckt, begreife ich nicht. Auch nicht, warum sie, kurz bevor sie geht immer wieder lächelt. Es wirkt nicht echt, dieses Lächeln und doch liegt darin diese eine Sache. Es ist, als wolle sie sich Hoffnung machen. Hoffnung darauf, dass irgendwann alles gut wird.
Ich frage mich, wer dieses Mädchen ist. Tag für Tag und dann, wenn ich mich vom Spiegel abwende, weiß ich es plötzlich wieder.

Dienstag, 26. März 2013

fucking empty.

1 Federn.
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Ich habe lange nicht mehr geschrieben, eine Ewigkeit. Ich weiß.
Vielleicht tut es mir leid, vielleicht ist es mir aber auch einfach egal.
 Ich möchte ehrlich sein;  Ich habe darüber nachgedacht, das alles hier zu beenden, es sein zu lassen.  Das Schreiben beiseite zu legen, es aufzugeben. Einfach, weil  jeder Text den ich in den letzten Wochen begonnen habe, kein Ende hat. Nicht, weil ich die Worte nicht habe. - Im Gegenteil, es sind gerade diese, die mir immer zuerst einfallen. Aber das dazwischen, der Inhalt fehlt. 
Was ich schreibe, fühlt sich für mich leer an, fühlt sich falsch an.
Irgendwie kann ich das alles hier aber nicht wegwerfen, kann nicht Abschied nehmen. Ich habe früher so oft geschrieben, aus meinen Launen heraus. Es war mein Ventil, war das, was mir geholfen hat anderes zu vergessen. Vielleicht geht es mir jetzt zu gut, als dass ich schreiben kann. Doch wenn ich so darüber nachdenke, hat sich nicht viel geändert. Vermutlich lernt man lediglich, mit dem was einem stört umzugehen, lernt damit zu leben. Es ist einfacher, wenn man Fehler akzeptiert.
 Vielleicht flüchte ich mich heute zu selten in diese Welt aus Fiktion, manchmal frage ich mich sogar, ob sie noch für existiert. Diese Welt, in der alles gut war, in der ich mich wohl gefühlt habe. Diese Welt, welche ich mit dieser einen Person verbinde. Die einzige, die mich doch manchmal wieder dorthin bringt. Dann, wenn wir von solchen Sachen wie dem orangen Mond sprechen, dann wenn wir diese ganzen sinnlosen Dinge sagen. Dann, wenn ich eigentlich grundlos lache, wenn ich vergesse, dass es da noch eine andere Welt gibt. Diese Momente sind selten geworden, nicht ganz verschwunden, aber selten.
 Letztlich hat sich doch was geändert, habe ich mich geändert. Und im Endeffekt tut es mir leid, im Endeffekt ist es mir nicht egal. Ich werde wieder schreiben. Irgendwann. Versprochen.