Donnerstag, 27. November 2014

Hakuna Matata..

1 Federn.

... its our problemfree philosophy

Wir sind Meister darin uns zu belügen, zu leugnen und Tatsache einfach zu ignorieren. Wir blenden aus, dass es mit der Gesellschaft immer weiter den Bach herunter geht, geben uns mit Antworten zufrieden, die eigentlich gar keine sind und vergessen immer wieder, dass alles endlich ist. Wir denken nicht darüber nach, wie schnell unser Leben vorbei sein kann und leben einfach vor uns hin. Aber manchmal treffen uns die Wahrheiten wie Faustschläge ins Gesicht, weil plötzlich auffällt dass irgendwas schief in dieser Welt läuft, irgendjemand in unserem Umfeld verstorben ist oder uns einfach in einer schrecklich, durch Alkohol verursachten, melancholischen Phase bewusst wird, dass wir eben doch nicht ewig auf der Erde weilen. In einem Hauch von Euphorie beschließen wir dann, dass wir etwas ändern werden, dass wir endlich beginnen zu leben und dieses auskosten möchten. Ich frage mich, was leben überhaupt noch bedeutet? Für mich momentan, es von Wochenende zu Wochenende zu schaffen, irgendwie meinen Alltag und mein Abitur zu bewältigen. Ich weiß nicht mal mehr warum. Vielleicht weil es für meine Familie immer eine Selbstverständlichkeit war, dass ich diesen Abschluss mache und danach studiere, vielleicht weil ich es einfach hingenommen habe und mich dort hinführen ließ. Ich habe es nie in Frage gestellt, nie darüber nachgedacht. Dabei hab ich mir immer ein bunteres Leben vorgestellt, stelle mir immer noch eines vor. Ich würde so gerne hinschmeißen, die Welt sehen, fremde Kulturen erleben, mich an (und in) unterschiedlichsten Orten verlieben, Barfuß durch den Regen auf warmen Sommerstraßen gehen, nackt im kanadischen Schnee liegen und nachts betrunken in Schwimmbäder und Schrebergärten einbrechen. Ich würde so gerne mal, bei Laternenlicht auf einem See Schlittschuhlaufen, Dinge tun, ohne mich zu fragen welche Konsequenzen sie haben können, einer wildfremden Person sagen, dass sie wunderschön ist und dass ich sie liebe. Ich möchte mich in ein Taxi setzten, um dem Fahrer zu sagen, dass er einem Auto folgen soll, mich betrinken und morgens irgendwo aufwachen, mit dem Gefühl die Nacht meines Lebens hinter mir zu haben, zu wissen, dass ich lebe. Und trotzdem schreibe ich all dies im Konjunktiv, weiß ganz genau dass nicht einmal die Hälfte davon wirklich tun werden, weil ich vernünftig sein muss - weil es die Gesellschaft so verlangt. Es gehört sich nicht, schlicht und ergreifend nicht, weil die Mehrheit es sich nicht traut. Anderssein ist ungewohnt, ungewohnt sein ist seltsam. Es ist doch ein komisches System, nachdem wir leben und vor allem eines, in dem wir vergessen, was das überhaupt bedeutet. Ich finde es furchtbar, dass Kinder im Alter von fünf Jahren schon gezielt darauf abgerichtet werden zu lernen. Damals bin ich noch durch unseren Wald gerannt, hab mir meine Knie blutig geschürft, deshalb kurz Rotz und Wasser geheult, bin direkt danach aber gleich wieder weiter durchs Gebüsch gelaufen. Es war für mich und meine Geschwister normal, im Garten oder anliegenden Wald zu spielen, meine Mutter musste damit leben, dass unsere Klamotten voller Grasflecken und Schmutz waren, dass wir aussahen als hätten wir uns tagelang nicht gewaschen und ich muss heute mit den ganzen, blassen Narben an meinem Beinen und Armen leben. Während meiner Kindheit habe ich mir meinen Fuß, Arm und meine Nase gebrochen (Okay, die Nase hat mir meine große Schwester gebrochen, aber das leugnet sie bis heute. Deshalb bin ich offiziell mit dem Kopf gegen eine Metallstange gerannt), habe in der Adventszeit unseren Teppich in Brand gesetzt, die Fische in unserem Aquarium geangelt und meiner kleinen Schwester einen Haarschnitt verpasst, der meiner Auffassung nach der letzte Schrei war. Was ich damit sagen will, ist dass ich damals gelebt habe. Dass ich an meine Kindheit denke, wenn ich mir die Narben ansehe und lächele. Das Leben hinterlässt nun mal Spuren, wir sollten uns nicht in Watte packen, nur weil wir Angst haben zu fallen. Ich möchte nicht damit sagen, dass es gut ist wenn Kinder einem beinahe die Wohnung abfackeln oder sich sämtliche Körperteile brechen, aber ich finde man sollte ihnen erlauben sich auszuleben, die Knie aufzuschürfen und draußen zu sein, lernen können und müssen sie später noch genug. Auch ich werde weiter lernen, mein Abitur machen, es ist immerhin nach gesellschaftlicher Ansicht vernünftig, aber dann bin ich erstmal weg. Dann leb ich erst mal mein Leben, werde nach Kanada gehen und mich nackt in den Schnee legen, in England irgendwelchen Menschen sagen, dass sie wunderschön sind und in Italien nachts einfach Schwimmen gehen. Ich werden mein Leben so leben, dass ich auch dann lächele, weil ich Narben habe, weil ich vom Leben gezeichnet bin. Ich werden meinem Enkeln die Narben zeigen, die ich beim Blutsbrüderschaft schließen erhalten habe, werde ihnen erklären, warum in meinem Knöchel ein Stück fehlt und weshalb es gut ist, sich das Herz auch einmal brechen zu lassen. Ich möchte Geschichte erzählen, um mich daran zu erinnern, wer ich einmal war und ich möchte nicht bereuen, dass ich One-Night-Stands hatte, betrunken durch die Straßen gerannt bin und auf Konzerten war, dass ich gelebt habe. Denn das ist der Sinn des Lebens: Leben.

Samstag, 31. Mai 2014

Zeitlos.

2 Federn.
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Er öffnet die Augen, halbgeschlossen und blinzelt durch den Rauch seiner Zigarette hindurch. Wie durch Nebel erkennt er die hastenden Menschen, die mit scheinbar versteinerten Mienen vorübergehen. Den Blick gerade ausgerichtet, nur auf sich selbst achtend, darauf bedacht, keine Zeit zu verlieren. Denn Zeit haben sie nicht. Zeit, hat in dieser Welt niemand mehr und wenn doch, dann soll sie sinnvoll genutzt werden. Doch was bedeutet das schon, sinnvoll? Sie nicht zu verschwenden, vermutlich. Er verzieht bei diesem Gedanken fast schon angewidert das Gesicht und nimmt erneut einen Zug seiner Zigarette. Dann schließt er die Augen. Das tun sie doch alle. Die Augen verschließen, vor Leid, Elend, Andersartigkeit. Diese Gesellschaft ist eine eisige geworden. Manchmal kommt sie ihm fast so kalt vor, wie die Mauer an welcher er lehnt.
Scheinbar mittendrin und doch ganz außerhalb.
Er passt nicht in das Bild dieser grauen Straße, voll von Anzügen und maskenhaften Gesichtern die zu Grimassen verzerrt sind, in diese Ruhelosigkeit und Hast. Er, mit seiner Zigarette in der Hand, der zerschlissenen Jeans und den bunten Knöpfen, wirkt zwischen alledem ganz fremd, ganz falsch. Und trotzdem hat es etwas Passendes. Es ist beinahe so, als sei er das einzig Beständige in dieser Straße. Es kommt es ihm immer wieder so vor, als würde all das einfach an ihm vorüber ziehen. Als befände er sich abgeschlossen von alle dem hinter einer Wand aus Glas, die nichts nach Innen und nichts nach Außen dringen lässt. Die Menschen gehen wortlos an ihm vorüber, er lässt sie wortlos ziehen. Sie haben doch keine Zeit sich zu unterhalten. Zeit hat doch niemand mehr. Vielleicht ist das aber auch einfach nur eine Ausrede. Eine Ausrede um sich nicht beschäftigen zu müssen, mit den Problemen anderer. Seufzend wirft er seine Zigarette zu Boden und löst sich von der Wand. Vielleicht muss man sich Zeit dafür nehmen, sie erst zu verschwenden. Denn was bedeutet das schon, verschwenden?


Ich bin wieder da. Ich lebe. Und ich weiß, es ist nicht einer meiner besten Texte, aber ich will diese Idee schon ewig festhalten. Seitdem dieses Gedicht in meinem Kopf entstanden ist. Bald kommt wieder mehr, versprochen. Ich liebe euch. ♥

Sie hetzen durch die Gassen,
mit lächelnden Grimassen,
stetig Masken tragend,
immer nach der Zeit fragend.

Was kümmern sie die Leute,
die im Dreck sitzende Meute?
Was sorgt sie deren Leid,
das Mädchen zerrissenem Kleid?

Sie bleiben nie stehen,
können am Kummer vorüber gehen.
Geworden sind sie stumpf,
vom Nichts fühlen dumpf.

Egoismus bestimmt ihr Leben,
Geld steht daneben.
Sie folgend nur ihren Gedanken,
unsere Gesellschaft gerät ins Wanken.

Immer nur funktionieren sie,
halten nicht inne, nie.
Und sie hetzen durch die Gassen,
mit gierigen Grimassen.




Montag, 26. August 2013

Illusion von Glück.

4 Federn.

Bewegungslos liege ich im Gras, den Blick auf den runden, vollen Mond gerichtet. Obwohl ich weiß, dass er unendlich weit weg ist, scheint er mir plötzlich ganz nah. Als müsste ich nur die Hand nach ihm ausstrecken, um ihn berühren, vielleicht sogar greifen zu können. Doch als ich sie hebe, fassen meine Finger ins Nichts. Sie halten nur Leere. Leere, wie auch schon lange in mir herrscht. Ich fühle kaum noch etwas neben der Einsamkeit. Nicht einmal mehr das Gefühl zu fallen, welches mich so lange begleitete, habe ich. Ich schwebe vielmehr. Ich schwebe zwischen Vergangenheit und Zukunft, irgendwo in der Gegenwart. Der Wunsch am Boden zu zerschellen oder endlich aus dieser endlosen Leere gezogen zu werden, ist verblasst. Wie alles andere auch. Es scheint mir, als seien jegliche Dinge unfassbar weit entfern von mir, als befänden sie sich in einer ganz anderen Welt. Eine Welt, die für mich nicht mehr erreichbar ist, wenngleich sie direkt vor meinen Augen liegt. Ich sehe wie durch eine gläserne Wand auf sie und bin dennoch von ihr abgeschlossen. Vielleicht könnte ich diese Wand ganz einfach durchbrechen, vielleicht hat sie auch irgendwo noch eine offene Tür, durch die ich nur gehen müsste. Doch ich habe es aufgegeben, nach einem Ausgang zu suchen. Außerdem habe ich Angst vor ihr. Immer, wenn einen Schritt in diese Welt wage, mache ich zwei zurück hinter die Wand. Sie hat mich Stück für Stück, mit jedem neuem Schritt kaputt gemacht. Und nun, habe ich so viele Risse bekommen, dass ein weitere mich wohl zerstören würde. Stumm flüstere ich mir zu, dass ich nicht zerbrechen werde. Stumm sage ich mir, dass irgendwann alles heilt, dass ich stark bin. Der salzige Geschmack auf meiner Zunge aber, lässt mich wissen, dass ich lüge, dass ich mich an etwas festhalte, das nicht existiert. Ich halte mich, an dieser kleinen Welt in meinem Kopf fest. Diesen kleinem Ort, den ich mir geschaffen habe. Mein Universum, im welchem ich mich immer mehr verliere. Wo der Mond greifbar ist, die Sterne ganz nah. Wo nicht mehr schwebe oder falle, sondern lebe. Es ist diese kleine Welt, in der für mich alles gut ist. Ich halte mich an ihr. Meiner winzigen, eigenen Welt. Meiner Illusion von Glück.

Dienstag, 30. Juli 2013

1 Federn.
"Zwischen dir und mir steht die ganze Welt... und weil du ferner bist als... weil es nie sein wird, deshalb wage ich... dich zu lieben. Ich liebe dich, ich liebe dich so sehr, wie ein Mensch zu lieben fähig ist." 
- Magierlicht.  

Sonntag, 14. Juli 2013

Take care.

10 Federn.

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Es ist normal, dass Menschen sich verändern. Manche mehr, andere weniger, positiv oder eben auf eine schlechte Art und Weise. Aber eigentlich können wir das gar nicht beurteilen. Wir können nicht wissen, ob ein Mensch sich zum Guten oder Negativen gewandelt hat. Denn es kommt  gar nicht darauf an, sondern viel mehr, ob wir mit der Änderung klar kommen. Ob wir das neue Ich akzeptieren oder uns zu  sehr an das alte klammern. Ich persönlich mag es nicht. Das, was aus dir geworden ist. Es kam schleichend, schleichend mit ihr. Sie hat dich verändert, sie hat aus dir einen nahezu vollkommen anderen Menschen gemacht. Wenn ich mich zurück erinnere, erkenne ich dich kaum wieder. Du bist nicht mehr der Mann, der auch mal daheim blieb, dem es nichts ausmachte, wenn es hin und wieder chaotisch war und vor allem auch nicht mehr der Mann, den ich seit ich klein  bin kenne. Es tut weh, unsagbar. Ich vermisse deine Umarmungen. Wann hast du mich das letzte Mal wirklich im Arm gehalten, mir gesagt, dass du mich lieb hast? Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, weiß schon gar nicht mehr, wie sich das anfühlt. Aber du hast immer gut gerochen, etwas nach Maschinenöl und der wundervolle Duft von Wald heftete an dir. Heute überdeckst du das immer wieder, mit irgendeinem Parfüm. Vielleicht ein Duft von HugoBoss. Es ist nicht so, dass ich diesen Geruch nicht leiden könnte. Ich mag ihn, aber er riecht nicht nach dir. Weißt du denn noch, wie es ist, mich im Arm zu halten? Das kleine Mädchen, das du immer „Schätzchen“ nanntest? Weißt du auch noch, wie ich immer früh aufstand um mich dann vor die Tür zu setzen, damit du mich mit zur Arbeit nahmst? Jedes Mal wenn ich zu spät kam, habe ich geweint. Ich saß schluchzend vor der Türe und wartete darauf, dass du wieder kommst.  Irgendwann kamst du aber nicht mehr. Ich war die letzte, die das Begriff. Weil ich dich nicht gehen lassen wollte. Ich habe dich noch nie gehen lassen wollen. Ich war immer gerne bei dir, habe es geliebt dir einfach nur beim Arbeiten zu zusehen. Doch heute, scheine ich für dich Luft zu sein. Ich komme, du gehst. Manchmal bist du einfach weg, ohne dich zu verabschieden. Dann sehe ich lediglich mit an, wie der schwarze, elegante Mercedes aus der Einfahrt rauscht und sie neben dir sitzt. Habe ich denn dort kein Platz mehr? Habe ich überhaupt keinen Platz mehr in deinem Leben? Ist es, weil ich nicht mehr wie das kleine Mädchen wirke? Das täuscht. Ich bin doch noch immer ein kleines Mädchen, irgendwo in mir drin. Ein kleines Mädchen, das lächelnd alles was du tust hinnimmt und darauf hofft, dass du sie irgendwann wieder bemerkst. Und eines, das sich nach deinen Armen sehnt, nach dem Geruch von Wald, danach als Schatz bezeichnet zu werden. Dem man sagen noch sollte, dass man es liebt. Ich wünsche mir doch eigentlich gar nicht viel. Ich will dich nur zurück. Nur einen kleinen Teil von dir. Ich möchte doch nur meinen Vater wieder haben. Bitte. 

Dienstag, 2. April 2013

Who I am?

6 Federn.


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Manchmal frage ich mich, wer dieses Mädchen ist, das mir so emotionslos entgegen blickt; was in ihren Gedanken vorgeht. Sie sieht mich einfach nur an, mit leerem Blick. Vielleicht schaut sie auch durch mich hindurch, vielleicht nimmt sie mich gar nicht war. Aber ich tue es. Ich starre sie jedes Mal förmlich an, erblicke jedes Detail. Sie kommt mir bekannt vor, doch woher kann ich nicht sagen. Ihre Augen sind von einer seltsamen Farbe, sie ist wohl nicht definierbar. Hin und wieder tauchen grüne Sprenkel in dem Farbenspiel ihrer Iris auf.  Unter ihren Lidern zeichnen sich dunkle Schatten ab, die auf ihrer hellen Haut noch kräftiger scheinen. Ich frage mich, ob sie nicht genug Schlaf bekommt oder ob sie das Leben so sehr gezeichnet hat.  Ich möchte wissen, was in ihr vorgeht, verstehen warum sie so unecht wirkt.
Ihre Mimik scheint unbeweglich, wenn sie mich so ansieht. Es wirkt fast schon so, als hätte sie eine Maske auf. Nur das gelegentliche Zucken ihrer Mundwinkel verrät, dass es nicht so ist. Manchmal habe ich das Gefühl, einen stummen Schrei in ihren Augen zu erkennen, verborgene Tränen darin zu sehen.
Sie sieht nicht glücklich aus, vielmehr müde und erschöpft. Vielleicht ist sie erschöpft vom Leben, erschöpft davon sich hinter dieser Maske zu verstecken. Warum sie sich versteckt, begreife ich nicht. Auch nicht, warum sie, kurz bevor sie geht immer wieder lächelt. Es wirkt nicht echt, dieses Lächeln und doch liegt darin diese eine Sache. Es ist, als wolle sie sich Hoffnung machen. Hoffnung darauf, dass irgendwann alles gut wird.
Ich frage mich, wer dieses Mädchen ist. Tag für Tag und dann, wenn ich mich vom Spiegel abwende, weiß ich es plötzlich wieder.

Dienstag, 26. März 2013

fucking empty.

1 Federn.
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Ich habe lange nicht mehr geschrieben, eine Ewigkeit. Ich weiß.
Vielleicht tut es mir leid, vielleicht ist es mir aber auch einfach egal.
 Ich möchte ehrlich sein;  Ich habe darüber nachgedacht, das alles hier zu beenden, es sein zu lassen.  Das Schreiben beiseite zu legen, es aufzugeben. Einfach, weil  jeder Text den ich in den letzten Wochen begonnen habe, kein Ende hat. Nicht, weil ich die Worte nicht habe. - Im Gegenteil, es sind gerade diese, die mir immer zuerst einfallen. Aber das dazwischen, der Inhalt fehlt. 
Was ich schreibe, fühlt sich für mich leer an, fühlt sich falsch an.
Irgendwie kann ich das alles hier aber nicht wegwerfen, kann nicht Abschied nehmen. Ich habe früher so oft geschrieben, aus meinen Launen heraus. Es war mein Ventil, war das, was mir geholfen hat anderes zu vergessen. Vielleicht geht es mir jetzt zu gut, als dass ich schreiben kann. Doch wenn ich so darüber nachdenke, hat sich nicht viel geändert. Vermutlich lernt man lediglich, mit dem was einem stört umzugehen, lernt damit zu leben. Es ist einfacher, wenn man Fehler akzeptiert.
 Vielleicht flüchte ich mich heute zu selten in diese Welt aus Fiktion, manchmal frage ich mich sogar, ob sie noch für existiert. Diese Welt, in der alles gut war, in der ich mich wohl gefühlt habe. Diese Welt, welche ich mit dieser einen Person verbinde. Die einzige, die mich doch manchmal wieder dorthin bringt. Dann, wenn wir von solchen Sachen wie dem orangen Mond sprechen, dann wenn wir diese ganzen sinnlosen Dinge sagen. Dann, wenn ich eigentlich grundlos lache, wenn ich vergesse, dass es da noch eine andere Welt gibt. Diese Momente sind selten geworden, nicht ganz verschwunden, aber selten.
 Letztlich hat sich doch was geändert, habe ich mich geändert. Und im Endeffekt tut es mir leid, im Endeffekt ist es mir nicht egal. Ich werde wieder schreiben. Irgendwann. Versprochen. 

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Get out!

3 Federn.
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Wie ein schriller Schrei, hallt dieses Gefühl durch ihren Körper und will nicht verklingen. Es zieht sich schmerzhaft scharf, gleich der Klinge, welche vor ihren Augen liegt, durch jeden Winkel ihres Leibes, lässt diesen immer und immer wieder unter einem Schaudern  erbeben.
Schluchzend zieht sie die Beine an, presst die Hände gegen ihren Kopf, als könne sie so, die Stimme in ihr zum Schweigen bringen. Aber diese wird nicht still, spricht immer weiter. Es sind unschöne Worte; grausame Gedanken.

Sie haben dir wehgetan, klingt es durch ihren Kopf. Du hast nichts Schlimmes gemacht, du hast ihnen lediglich den Schmerz zurückgegeben. Das haben sie verdient. Alle haben sie es verdient!

Sie will das nicht hören, schüttelt unwillkürlich den Kopf. Doch diese Worte zerren an ihr, zerfressen sie von innen heraus. Sie fühlt sich leer; unvollständig. Es scheint so, als hätte man ihr jegliche Emotionen genommen und ihr stattdessen dieses schreiende Gefühl gegeben, ihr diese flüsternde Stimme geschenkt. Doch das Mädchen wollte nie auf diese hören, wollte sie ignorieren. Sie wollte nur, dass sie still ist, dass sie aufhört diese Dinge zusagen. Schließlich hatte sie nachgegeben, in der Hoffnung, dass diese Gedanken dann aufhören, dass die Stimme endlich schweigt.
Und nun liegt sie hier, in Mitten der Totenstille. Ihr blondes Haar ist von Blut verklebt, ihr Kleid davon durchtränkt. Vor ihren Augen, blitz ein Messer auf und das Metall spiegelt verzerrt ihr verzweifeltes Gesicht. Alle hat die Klinge zum Schweigen gebracht, nur die Flüsternde Stimme nicht.
Sie schreit jetzt.




Sonntag, 30. September 2012

What if this world wouldn't be half so paranoid? // Fuck it. That's life.

12 Federn.
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Da ist sie wieder.  Diese ohrenbetäubende Stille. Begleitet von der Leere. Da ist nichts, was ich aufschreiben kann. Gar nichts. 
Dabei waren sie gerade noch da; all die Worte und alle wollte ich sie einfangen. Vielleicht gibt es Dinge, die man nicht niederschreiben sollte. Vielleicht waren diese Gedanken nicht dafür bestimmt.  - Wie bei Träumen. Manche sind nach dem Aufwachen einfach fort, wir erinnern uns nicht mehr daran. So schön sie auch waren. Dann ist es nicht mehr als als Ahnung, dass wir geträumt haben.
  Habe ich dir eigentlich schon gesagt dass ich dich vermisse? Nein. Aber ich tue es, ja wirklich. Jetzt, heute, immer. Denkst du an mich? Erinnerst du dich überhaupt noch an das kleine Mädchen hier? Oder bin auch nur noch wie ein Traum? Bitte sag nein. Bitte sag, dass du mich nicht vergessen hast. Du fehlst mir.
Es gibt da dieses Loch. Ich habe Angst davor. Weil es dunkel ist. Ich mag die Nacht, aber nur wenn Sterne am Himmel sind. Oder der Mond. Warum sieht dieser eigentlich weiß aus? Und wer hatte überhaupt die Idee dass es den Mondmann gibt? Gibt es ihn?
  Das Loch ist nicht tief, eigentlich ist es nicht mal mehr eine Kuhle. Ich möchte etwas darin vergraben. Einen Schatz. Aber wie soll ich das anstellen, wenn er nicht greifbar ist? Er ist so weit weg. Vielleicht existiert er nicht. Ich habe keine Angst davor zu fallen, das ist okay. Ich möchte lieber fliegen. Ob Vögel überhaupt zu schätzen wissen dass sie das können? Oder wünschen sie sich etwas anderes? Haben Vögel überhaupt Wünsche?
  Und was ist mit der Liebe? Diesem verdammten Gefühl, von dem alle sprechen, wie wundervoll es doch sein kann? Soll man daran glauben, oder die Menschen auslachen? Am Ende heulen sie doch eh alle, oder? Können Gefühle einfach so verschwinden? Puff und weg? Vielleicht hat sich das Wort auch einfach nur zu schnell abgenutzt. Und woher weiß man überhaupt was Liebe ist? Definiert das nicht jeder anders?
 Wir gehen leicht fertig mit Worten um. Dabei können diese so viel zerstören und bedeuten. Vermutlich sollten wir besser darauf aufpassen, was wir sagen. Aber tut doch eh keiner. Warum dann erst damit anfangen?
Haben wir uns eigentlich verändert? Ich meine Du und Ich? Entschuldigung, dann habe ich mich nicht von dir verabschiedet. Deinem altem ich; meinem alten ich.  Vielleicht sind wir ja erwachsen geworden. Erwachsen. Hat man früher nicht immer davon geträumt? Fuck. Es sind nur noch zwei Jahre und 5 Tage, dann bin ich es offiziell. 18. Und dann? Tja, soll ich feiern, wie alle es tun oder? Mich besaufen und Sau raus lassen, bevor das Leben ernst wird. Aber ist Kind sein nicht viel schöner? Ich glaube ja.
  Was mache ich hier überhaupt? Was wird das hier für ein beschissener Text? Wollte ich anfangs nicht irgendeine Geschichte hin tippen? Ich glaube, ich bin übermüdet. Ich sollte nicht mehr um diese Uhrzeit versuchen meine Gedanken festzuhalten. Kommt nur Müll dabei raus. Und wenn ich morgen dann sehe, was ich geschrieben habe, wird das so ein kleiner Moment, der mich über mich selbst lächeln lässt. Man bin ich dämlich. Scheiß drauf. Liest vermutlich eh keiner bis hier her, weil ihr alle auf eine Geschichte wartet. Eine Geschichte, die schon in meinem Gehirn vor sich hin wächst. Ich könnte euch verraten was die letzten Sätze sein werden. Meine Geschichten beginnen immer mit den letzten Sätzen. Bevor ich den Anfang habe, weiß ich wie sie endet. Ironie.
  Ich glaube, ich möchte dass es regnet. Ich mag regen. Er hat so etwas Beruhigendes. Ich sehne mich gerade nach Ruhe. Vielleicht sollte ich ihn mir aufnehmen, um ihn dann auf dem iPod anzuhören. Mein iPod. Der gammelt auch nur noch in einer Ecke. Ich höre keine Musik mehr. Selten. Es ist oft still. Ohrenbetäubend still.
Nein. Mir geht’s gut. 

Samstag, 11. August 2012

Vom orangenem Mond...

5 Federn.
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Wir liegen beide im Gras, es ist still, lediglich ein paar Grillen zirpen ihre Lieder in die Dunkelheit. Ein sanfter Wind trägt sie dann fort, weit in die Welt. Zwischen uns herrscht Schweigen, aber es ist kein unangenehmes, vielmehr eines um diesen Moment nicht zu zerstören. Ich betrachte den Mond, voll und rund lässt er die Nacht etwas heller erscheinen. Ich frage mich an was du denkst, frage mich, ob ich dich jemals verstehen werde. Für mich scheinst du en Buch zu sein. Ein Buch welches in einer fremden, aber wundervollen Sprache verfasst wurde. Plötzlich lachst du, leise und unbestimmt. Ich drehe den Kopf, um dich anzusehen, „Was?“
„Der Mond ist orange“, sagst du, vollkommen überzeugt. Ich sehe wieder zum Himmel und kichere, „Orange? Sicher? Was hast du genommen?“
„Nichts, das ist so!“, du bist ernst, so sehr, dass ich mich beinahe erschrecke. Ich schließe meine Augen, beginnen wieder leise zu Lachen, „Wenn er verschwindet, sag mir Bescheid, dann rufe ich einen Arzt“ Ich registriere wie du dich aufrichtest, eine kurze Bewegung gefolgt von einem leichten Luftzug. Immer noch halte ich die Augen geschlossen, ich halte dich nicht für verrückt. Auch nicht für seltsam. Es ist viel mehr Bewunderung, weil du manchmal Dinge siehst, die kein anderer Wahrnimmt. Vielleicht siehst du mehr als die Menschen, oder du siehst es anders. Vermutlich sogar beides.
„Lachst du mich aus?“, fragst du. Ich kann nicht heraus hören ob in deiner Stimme Wut liegt, aber ich hoffe dass es nicht so ist. Ich würde es nicht ertragen. Vielleicht müsste ich dann auf Knien um Verzeihung bitten, oder ich würde dich solange nerven bis du mir vergibst.  Ehe ich antworten kann sprichst du weiter, „Ich bilde mir das nicht ein!“
Schließlich öffne ich die Augen und lächele, „Jetzt sehe ich es auch. Ein oranger Mond, wie außergewöhnlich!“ Ich lüge nicht, warum sollte ich? Ich beginne mit einem Grashalm zu spielen und betrachte wie dieser im Mondlicht schimmert. Immer wieder drehe ich ihn herum, ohne jeglichen Sinn. Deine Stimme ist es, welche mein Tun unterbricht. Mittlerweile hast du die Knie angezogen und schlingst die Arme darum. Ich mustere dich erneut, deine Haut erscheint unglaublich weiß in der Nacht und in deinen Augen spiegelt sich der Himmel. Ich lache leise, als mir ein Gedanke in den Sinn kommt, „Vielleicht streicht der Mann im Mond seine Wände?“
Du beginnst zu kichern, „Es muss doch langweilig sein, immer einen weißen Mond zuhaben! It’s Party time!” Nun richte ich mich auch auf und betrachte den orangenen Mond. Sein Bild brennt sich förmlich in meinen Kopf und ich schwöre mir, dass ich diese Unterhaltung nie vergessen werde. Wie all die anderen Dinge, welche ich mit dir verbinde. Ich werde sie behüten, denn auch wenn es nur Worte sind, Worte ohne jeglichen tieferen Sinn, so ist jedes einzelne ein Schatz. Jede Erinnerung ist so kostbar für mich,  dass ich sie am liebsten einschließen möchte. Aber nicht in einer dunklen Truhe, nein an irgendeinem schönen Ort. Mit Blumen, und Schmetterlinge. Wo man die Wolken schmecken und das Leben riechen kann. Vielleicht werden wir irgendwann so einen Ort finden, aber solange wir noch hier sind, werde ich auf die Erinnerungen aufpassen. Ich werde sie mir nicht nehmen lassen, von Niemanden.
„Warum lädt er uns dann nicht ein?“, frage ich  beinahe ernst, „Vielleicht feiert er auch nur mit den Aliens. Was für Musik hören Aliens?“
Ich sehe dich nicht an, aber ich kann höre dass du grinst, während du antwortest. „Wahrscheinlich sind die Briefmarken zu teuer, um die Menschen auf der ganzen Welt einzuladen“
Ich nicke Verständnis voll, „Ja, es muss teuer sein auf dem Mond zu feiern“ Mir ist klar wie Sinnlos diese Unterhaltung ist, und trotzdem könnte ich mich die ganze Nacht mit dir darüber unterhalten. Über den orangen Mond und die Feier. Vermutlich könntest du mir noch so viel erzählen, es würde nicht langweilig werden. Aber für heute Nacht bleiben wir einfach bei der Mondparty. Morgen wird es vielleicht eine Irrenanstalt sein und übermorgen erzählst du mir von den Wolken, die nach Zuckerwatte schmecken.

Herzchen, ich liebe dich.
 Ich weiß, du solltest eine schönere, eine bessere Geschichte bekommen. 
Verzeih.